Spurensuche

Heeßen

Der Ursprung des Dorfes Heeßen liegt im Dunkel der Geschichte. Vielleicht entstand der Ort um 600 nach Christus, als sich eine Siedlungssschicht über die alte Cheruskerzeit legte ? Wahrscheinlich wurden die ersten Höfe in dieser Zeit auch in Eilsen und Buchholz-Henkhausen erbaut . In Heeßen wird wohl der Hasse-Hof die älteste Ansiedlung sein. In den Archiven findet man die älteste Urkunde , die sich mit Heeßen beschäftigt, aus dem Jahr 1284 .

Es ist auch bekannt , dass im 12.Jahrhundert Rodungen unter dem Edelherrn Mirabilis ( der Wunderbare) in unserer Gegend begannen. In uns überlieferten alten Urkunden wird im Zusammenhang mit Vermietungen und Verpachtungen in Heeßen ein Graf von Wölpe genannt. Da die Grafen von Wölpe mit dem MIRABILIS verwandt waren, nimmt Herr Döring an , dass sie das „HAUS IN HEESSEN“ aus der Schenkung des Mirabilis an den Bischof von Minden als Probsteigut innehatten.
Graf von Wölpe schenkte diesen „Besitz“ 1250 dem Nonnenkloster in Vlotho. In alten Urkunden aus dieser Zeit taucht auch oft der Name eines Edelherrn auf, der vielleicht etwas mit Heeßen zu tun hatte:
Ein Herr von Hesense . Dieser Edelherr, Bodo von Hesense , also mit dem gleichen Namen wie unser Dorf Heeßen ihn im 14.Jahrhundert führte, begegnet uns auch als Probst von Hameln.
Wir vermuten, dass die Urzelle des Dorfes in Rodungen des ältesten Hofes Nr. 1 auf dem heutigen Grund der Familie Hasse liegt. Die Höfe entstanden damals immer an Bachläufen aber natürlich abseits von den Überschwemmungsgebieten des mäandernden Auebaches. Ein heute kaum noch sichtbarer Bachverlauf findet sich am Hasse-Hof.
Heeßen war bis in das 19. Jahrhundert ein reines Bauerndorf mit vier Meierhöfen, zwei Halbmeiern, sechs Großkötnern und fünf Kleinkötnern, Brinksitzern und Bergbauern. Insgesamt also gab es 17 Stätteninhaber.
Im Kaiserreich wurden in Heeßen schon 23 Bauernhöfe und 23 Einliegerfamilien , also Mietwohnungen auf den Höfen gezählt. Die ersten Handwerker , auch Bergleute, hatten in Heeßen Fuß gefasst. Besondere Ereignisse weisen bis heute historische Spuren im Dorf auf: Die alte Ländergrenze zwischen Schaumburg-Lippe und Hessen, der Bau der Eisenbahnlinie Rinteln – Stadthagen, der Autobahnbau, die Bauten des „Wunderdoktors“ Voigt , die Schaumburg-Lippische Schuhfabrik.
In den ersten Jahren nach dem 2.Weltkrieg vergrößerte sich Heessen durch den Zuzug vieler Flüchtlinge und Vertriebener aus den verlorenen Ostgebieten enorm. Die reizvolle Umgebung mit herrlichen Aussichten auf die Wesergebirgskette und mit dem romantischen Aueweg, der Nähe zur Arensburg und zum historischen Kurpark in Bad Eilsen ließen das Dorf in den vergangenen Jahrzehnten auch für viele Neubürger interessant werden.
Der Ortsname im Laufe der Zeit
1284 In Hesen
1303 de Hessenhusen
1387 to Hezensen
1412 Hessenssen
1465 to Hessenhusen
1550 Heißensenn
1640 Heißen
Namendeutung: In Verbindung mit dem Personennamen Hasso, Hesso, der zum Volksnamen der Hessen gehört.
Quelle: Geschichtliches Ortsverzeichnis für Schaumburg
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