Spurensuche

Hagenburg Altenhagen

Kleine Ortsgeschichte

Altenhagen wurde von den Grafen von Roden und Wunstorf vor 1220 gegründet, indem diese Kolonisten aufsiedelten. Die Siedler hatten in diesem Gebiet zur Aufgabe, den Dülwald, der damals noch große Teile der Schaumburger Lössbörde bedeckte, in einem Streifen vor ihrem Haus zu roden und das Gelände danach urbar zu machen.

Altenhagen wurde als Hagenhufendorf gegründet. Als Leitlinie für die Siedler diente allerdings nicht wie sonst üblich ein Gewässerlauf, sondern die 40-m Höhenlinie. Es handelt sich dabei um die Grenze, bis zu der das Steinhuder Meer einmal gereicht haben könnte und bis zu der noch mit einer zeitweiligen Überflutung zu rechnen war.
Im Gelände ist diese Grenze nur schwer zu erkennen. Die Höfe lagen etwas erhöht auf der südlich gelegenen Geest. Zwischen den Höfen und der Grenze zur Niederung befand sich ein kleines Stück Wirtschaftsgründland, die Äcker schlossen sich streifenförmig auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Richtung Süden an. Die Karte lässt die alte Siedlungsstruktur noch gut erkennen. Die Rodung erfolgte aus östlicher Richtung.

Die genaue Siedlungsgeschichte allerdings muss fraglich bleiben, da die großen und damit mutmaßlich ältestesten Höfe im Westen des Ortes liegen und im Osten, nach Steinhude hin, nur kleinere Parzellen zugerodet worden sind. Der Dorfplatz mit der alten Kirche (vgl. 1 und die historische Karte) lag früher weiter östlich.

Im Gegensatz zu Steinhude, welches älter war und von Anfang an die Fischereirechte im Steinhuder Meer besaß, war Altenhagen ein reines Bauerndorf (Blohm 1943, S. 32.). Von Altenhagen ausgehend drangen die Siedler weiter nach Westen vor und gründeten schließlich Nienhagen (=Hagenburg) (Wiegmann 1912; Blohm 1943, S. 39).

Im Jahre 1247 wurde der Bischof von Minden Eigentümer über die Besitzungen der Wunstorfer Grafen, einschließlich von Altenhagen. Allerdings erhielt Graf Ludolf von Roden u.a. Altenhagen einschließlich des Zehnten als Lehen zurück (Munk 1978). Als im Jahre 1646/48 die Grafschaft geteilt wurde, kam Hagenburg zum lippischen Teil der Grafschaft. Am 1.7.1970 erfolgte ein Zusammenschluss mit dem Flecken Hagenburg.

Der Ortsname im Laufe der Zeit

1247 indagines...Oldenhagen
1303 indaginem, que dicitur Oldehage
1510 tom Oldenhagen
1639 Altenhagen
Quelle: Geschichtliches Ortsverzeichnis für Schaumburg von 2008


Beiblatt im DIN-A4 Format: download
Beiblatt im DIN-A3 Format: download
Beiblatt historische Karten: download
Fenster schließen