MessenkampKleine OrtsgeschichteDie erste gesicherte urkundliche Erwähnung als Metsicampe ist in den Grundbesitzregistern des Mindener Domkapitels um das Jahr 1260 zu finden. Der bislang für 1230 angenommene Beleg für „Messencampe“ in einer angeblich von Papst Innozenz IV. erlassenen Bulle über die Einteilung der Mindener Diözese in fünf Archidiakonate bezeichnen Historiker als nicht korrekt, unter anderem auch deshalb, weil Innozenz erst 1243 sein Amt antrat. In jener Zeit waren Fälschungen verbreitet, um sich Rechte zu sichern, die man vorher nicht besessen hatte. Bei Messenkamp handelt es sich um eine Rodungssiedlung aus der Zeit zwischen 800 und 1200: Kamp-Fluren waren Ackerfluren der Kötner (=Kleinbauern), die planmäßig im Laufe der mittelalterlichen Binnenkolonisation angelegt wurden. Der Name setzt sich nach bisherigen Forschungen aus ‚kamp‘ (mittelniederdeutsch für Landstück, Feld) und ‚makia‘ (germanisch für nass) zusammen, also „nasses Feld“. Die Ortsbezeichnung wechselte im Laufe der Zeit in unterschiedliche Schreibweisen: 1298 Metzenkampe, 1304 – 1324 Messencampe, 1527 tho Messenkampe. Aufgrund der topographischen Gegebenheiten könnte die ursprüngliche Siedlung erhöht über dem als feucht anzunehmenden Talgrund angelegt worden sein. In der Aueniederung befand sich im 12./13. Jahrhundert eine Turmhügelburg („Motte“), sodass in deren unmittelbarer Nähe neben einem Viermorgenhof eine Ansiedlung von weiteren Menschen entstehen konnte, die Arbeit oder auch Schutz durch die Wehranlage erhoffen durften. Messenkamp gehörte zum Amt Lauenau, ab 1859 zum Amt Springe sowie ab 1885 zum Landkreis Springe. Mit der Gebietsreform 1974 fiel Messenkamp mit dem nun neuen Ortsteil Altenhagen II an den Kreis Grafschaft Schaumburg in Rinteln sowie ab 1977 an den Großkreis Schaumburg mit Sitz in Stadthagen. Seit jeher war Messenkamp landwirtschaftlich geprägt. Aus 1689 sind sieben Vollmeier- und fünf Halbmeierhöfe, drei Großkötner, vier Kötner und sieben Brinksitzer überliefert. Diese Zahl hat sich bis ins 19. Jahrhundert nicht wesentlich verändert. 1689 zählte Messenkamp in 26 Hausstellen 136 Einwohner, 1821 242 Einwohner, 1905 in 55 Wohngebäuden 351 Einwohner, 1950 in 86 Wohngebäuden und 264 Haushalten 799 Einwohner sowie im Jahr 2015 379 Einwohner. Schon vor der Gebietsreform führte Messenkamp seit 1956 die Fassade eines niedersächsischen Hallenhauses in seinem Ortswappen. Das vor silbernem Hintergrund abgebildete rote Gebäude mit schwarzem Tor und einer schwarzen Windfahne geht auf das älteste Wohnhaus des Ortes, dem aus dem Jahr 1810 stammenden Söftje-Hof zurück. Beiblatt historische Karten: download |
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