Schaumburger Wasserkraft
Wasserkraft bezeichnet die strömungs- und potentielle Energie von fließendem Wasser, welche über geeignete Maschinen in mechanische Energie umgesetzt wird. In früheren Zeiten wurde diese mechanische Energie in Mühlen direkt genutzt, heute überwiegt die weitere Umwandlung zu elektrischer Energie. Im Schaumburger Land gibt es noch viele Zeugnisse der Nutzung von Wasser.
Das Schaumburger Land kann in folgende Wassernutzungsregionen eingeteilt werden:
Nördliches Bückeberg – Vorland Zur Westaue inder Region Hannover und später in die Leine gegen Osten fließt die Sachsenhäger Aue mit ihren Zuflüssen Hülse und Ziegenbach. Die Gehle und der Meerbach fließen gegen Nordwesten in die Weser. Der Meerbach verläuft im Kreis Nienburg, ist aber der Vorfluter des an der Kreisgrenze liegenden Steinhuder Meeres.
Bückeburger Aue mit Nebentälern
Die Entwässerung des Schaumburger Landes zur Weser gegen Westen erfolgt im Wesentlichen durch die Bückeburger Aue, die bei Petershagen in die Weser mündet.
Rodenberger Aue mit Nebenflüssen Zur Westaue in der Region Hannover und später in die Leine gegen Osten fließt die Rodenberger Aue mit ihren vielen Zuflüssen, die im östlichen Süntel entspringt..
Exter
Der Südwesten wird durch die Exter entwässert, die im Kreis Lippe entspringt, und in exakt süd-nördlicher Richtung durch das Extertal fließt und bei Rinteln in die Weser mündet.
Wassermühlen und ihre Gewerbe
Wasserkraft war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine günstige und weitverbreitete Energiequelle. Hohe Niederschläge zusammen mit gefällreichen Fluss- und Bachtäler sind gute Vorraussetzungen zur Nutzung der Wasserkraft und zum Antrieb von Maschinen und Werkzeugen. Bereits vor unserer Zeitrechnung wurden Wasserräder genutzt. Ihr technisches Prinzip beruht auf den Energieinhalt in strömenden (kinetische Energie = Masse mal Geschwindigkeit) und lagernden Wasser (potentielle Energie = Erdanziehungskraft).
Im Schaumburger Land klapperten vor 100 Jahren noch mehr als 60 Wassermühlen! 1960 waren es nur noch 30. heute ist keine mehr im aktiven Betrieb. Die gewonnene Energie wurde von sehr unterschiedlichen Gewerben genutzt:
- Kornmühlen zum Mahlen von Getreide für Mensch und Tier.
- Papiermühlen zur Zerkleinerung von Leinen zu einem Brei, aus dem Papier geschöpft wurde.
- Ölmühlen zum Auspressen von Ölfrüchten, wie Lein und Raps.
- Pulvermühlen zum Zermahlen von Holzkohle, die danach mit Salpeter aus Chile und Schwefel aus Sizilien zu Schießpulver vermischt wurde.
- Sägemühlen zum Zersägen von Baumstämmen zu Balken, Bohlen, Brettern.
- Eisenhämmer zum Antrieb von Hämmern zum Schmieden für Arbeitsgeräten und Werkzeugen (Spaten, Hacken, Äxte, Sensen. aber auch Baubeschläge und vieles mehr).
Ursache einer großen Zahl von Wassermühlen auf engem Raum war das günstige Zusammentreffen von Relief und Niederschlag:
-Starkes Gefälle
von den Wassereinzugsgebieten im Hochland bis ins Bergvorland. Die Höhendifferenz beträgt bei der Exter, Bückeburger- und Rodenberger Aue auf relativ kurzer Entfernung über 200 Meter!
-Hohe Niederschläge auf den Höhenzügen als Folge erster Steigungsregen, der von der Küste kommenden Wolken. Die Vorraussetzungen sind wie geschaffen für die Nutzung der Wasserkraft. Eine vergleichbare Anhäufung gewerblicher Anlagen dieser Art gab es z.B. auch im Bergischen Land und im Sauerland.
Die Bilder zeigen Elemente der Mühlen und Wasserkraftanlagen. Dazu gehören:
-Mühlengebäude, (Wohnhäuser und Werksbauten),
-Wasserbauwerke für Wasserstau und dessen Regulierung (Wehre, Schützen, Treppenkaskaden),
-Ergänzungen zum Flusslauf (Mühlengräben, Stauteiche u. a.),
-Teile alter gewerblicher Einrichtungen (z.B.. Mahlsteine und Werkzeuge).
Das Gewässersystem im Schaumburger Land
1. Nördliches Bückeberg – Vorland
Gehle, Holpe, Hülse und Ziegenbach heißen die Bäche, die von den Bückebergen nach Norden fließen. Ihr und ihrer vielen (häufig nicht namensgleichen) Oberläufe haben hohes und stetiges Wasseraufkommen. Dies ist die Folge der langgestreckten Hanglage in Verbindung mit wasserstauenden Tonen im Untergrund. Es ergab sich eine Fülle geeigneter Plätze für Wassermühlen.
Auch wenn Bergbau, Trinkwasserentnahme und Klimaveränderung nicht ohne Einfluss geblieben sind, dienen die Bäche und Mühlengräben den Spurensuchern doch noch heute bei der Entdeckung der historischen Mühlenstandorte.
Fünf Wassermühlen gab es alleine in Stadthagen, die letzte wurde erst 1993 stillgelegt.
Die Wassermühle in Krebshagen ist mit allem Inventar erhalten, wird von einem Mühlenverein betreut und zu besonderen Anlässen (z.B. am Mühlentag) in Betrieb gesetzt.
Die Sachsenhäger Aue, der Hauptvorfluter des nach Osten zur Leine entwässernden Kreisgebietes, entsteht aus der Vereinigung der Rücke und der Holpe bei Nienbrügge, von denen letzterer, als der bedeutendere, als Stammbach angesehen wird. Im nördöstlichen Zipfels des Kreises Schaumburg vereinigt sie sich mit der Rodenberger Aue und verläuft dann als Westaue genannt weiter in der Region Hannover. Für den Gesamtlauf beträgt das mittlere Gefälle 0,16% (1:630), oberhalb der Mündung der Altenaue ist es 0,25% (1:431), unterhalb davon nur .noch 004% (1:2540).
Der Ziegenbach, im Nord-Ostteil des Kreises, entsteht aus dem Zusammenfluss des Vornhäger Baches, dessen Quelle am Nordhang des Bückeberges (Staatsforst Obernkirchen) in etwa + 220 m liegt, und aus dem Bornaubach (Quelle etwa + 300 ) und, einem kleineren östlich davon gelegenen Bache, der bei Habichhorst in den Bornaubach mündet., Außerdem erhält der Ziegenbach aus dem Flothbach Abschlagwasser. Der Ziegenbach erhält von rechts einen weiteren Zufluss, den Hessbach, dessen Quelle südlich Heuerßen am Hange des Bückeberges (+ 150 m) liegt. Der Ziegenbach mündet östlich Sachsenhagen in die Sachsenhäger Aue. Sein Gefälle beträgt im Mittel etwa 0,14%.
Die Rücke, die ihren Ursprung (+ 62 m) bei der Domäne Brandenburg etwa 3 km nordwestlich von Stadthagen hat, fließt zunächst nach Norden, nimmt in der Gegend von Pollhagen mehrere kleine Zuflüsse (Wiesenbach, Feldriehe usw.) aus dem Schaumburger Walde auf und wendet sich nach Osten zur Vereinigung, mit der Holpe. Das mittlere Gefälle des etwa 9 km langen Baches beträgt ca. 0,11%.
Die östlich von der Reeke verlaufende bedeutendere Holpe entsteht südlich der Domäne Brandenburg aus dem Zusammenfluss des Kalten Baches und des Krummen Baches. Die Quellbäche des Kalten Baches sind der Salzbach und der Schierbach. Der letztere hat seine Quelle südlich Nienstädt auf dem Bückeberg bei + 250 m Höhe. Der Lauf der Holpe von der Domäne Brandenburg ist zunächst nördlich, später nordöstlich und dann östlich gerichtet. Kurz vor Nienbrügge voreinigt die Holpe sich mit der Reeke. Das Gefälle der Holpe auf der ca. 7,5 km langen Strecke beträgt im Mittel etwa 0,15%.
Ihre weiteren Zuflüsse erhält die Sachsenhäger Aue vornehmlich aus dem Süden, da die Wasserscheide im Norden dicht an sie heranrückt und sich deshalb keine größeren Bäche entwickeln können. Der Nordabhang des Bückeberges entsendet, abgesehen von den Quellbächen, die Hülse, im Oberlauf auch Lauenhäger Bach genannt. Sie wird gespeist vom Wendthäger Mühlenbach (Quelle + 280 m), vom Krebshäger Bach (Quellbäche: Schelpingsgrundbach [+ 240 m] und Helsengrundbach [+ 260 m]), vom etwa 600 m langen Sickbach, vom Flothbach (+ 280 m) und aus dem Überschlagswasser des Bornaubaches. Der aus der Vereinigung dieser Bäche südlich Stadthagen entstandene Wasserlauf umfließt die Stadt in den Wallgräben und führt in der nördlich anschließenden Gemarkung Lauenhagen die Bezeichnung Lauenhäger Bach. Unterhalb der gleichnamigen Ortschaft gilt dann der Name Hülse bis an die 1 km östlich Nienbrügge liegende Mündung in die Sachsenhäger Aue. Der (vom Ursprung des Wendthäger Mühlenbaches gerechnet) etwa 16 km lange Lauf der Hülse hat ein mittleres Gefälle von ca. 1,5%. Auch hier ist das Gefälle auf die Laufstrecke ungleich verteilt. In der Gebirgsstrecke bis Stadthagen errechnet sich ein Mittelwert von ca. 2,8%, während der Unterlauf noch 0,27 Gefälle aufweist.
Die Gehle, entsteht aus den Grubenwässern der alten Bergwerke bei Obernkirchen, am Nordwesthange des Bückeberges. Sie fließt in nördlicher Richtung bis etwa Volksdorf, wendet sich dann in einem nach Südwesten offenen großen Bogen nach Westen und nimmt nach Verlassen des Kreises bei Mölskamp (ca. + 47 m) nördliche Laufrichtung an. Sie mündet bei Ilvese in die Weser (km 228,7). Der Lauf der Gehle hat große Ähnlichkeit mit dem der Aue. Das ungefähr 26 km lange, meist sandige Bett der Gehle ist nur ca. 1,5 2 m tief in den schmalen Talgrund eingeschnitten. Ihre Ufer werden nur selten überschwemmt da das im Unterlauf etwa 10 m breite Bett die Hochwasser gut abführen kann. Ihr mittleres Gefälle ist nur gering und dürfte etwa 0,1% betragen.
Die Gehle nimmt die aus dem Schaumburger Wald kommende Rothe, und die in den Rehburger Bergen bei Wölpinghausen entspringende Ils auf.
Zur Beschaffung des erforderlichen Aufschlagwassers für die herrschaftlichen Mühlen hat im 18. Jahrhundert das Haus Schaumburg Lippe in die Vorflutverhältnisse eingegriffen. So wurde der Wendthäger Mühlenhach, der früher seine Fortsetzung im Krummen Bach gehabt hat, sowie der Flothbach und der Sickbach, die früher zweifellos zur Bornau Vorflut gehabt haben, in den Krebshäger Bach eingeleitet. Die Bornau, deren ursprüngliches Bett westlich von Habichhorst nach Norden verlief, gibt eine erhebliche Wassermenge über ein Hochwasserabschlagbauwerk in die Gewässer bei Stadthagen ab.
2. Die Bückeburger Aue
Das Einzugsgebiet liegt in dem als „Auetal" bezeichneten Hochland, das wiederum von den Südhängen der Bückeberge, vom Süntel und vom Wesergebirge gespeist wird. Bereits im Hochtal selbst gab es eine Häufung von Wassermühlen. Mit Verlassen des Berglandes bei Ahnsen häufen sich noch einmal mehrere Mühlen.
Eine besondere Mühlenhäufung ist vor dem Abknicken der Bückeburger Aue nach Norden. Die Aue schlängelt sich aus dem Hochland durch einen Engpass zwischen Rolfshagen und Buchholz. Von Seitenbächen fließt noch reichlich Wasser dazu. Der Wasserandrang machte eine Konzentration des auf Wasserkraft angewiesenen Gewerbes möglich. Mühlenhäufung am Aueknick
Die Aue entspringt auf der zwischen dem östlichen Wesergebirge und dem nördlichem Süntel gelegenen Hochebene südlich Hattendorf im Auetal, in ca. +270 m. Von hier fließt sie vorwiegend in westlicher Richtung durch Rehren, wo sie die Bundesautobahn 2 unterquert. Sie folgt nun dem Verlauf der Autobahn auf deren Nordseite und fließt dabei durch Poggenhagen, Borstel, vorbei an Buchholz, nördlich des Messingsbergs im Wesergebirge, bis zur Autobahn-Auffahrt Bad Eilsen, wo sie ihre Fließrichtung ändert.
Nach zuerst nördlichem Lauf beschreibt sie nun einen großen nach Südwesten offenen Bogen. Sie fließt nördlich der Bundesstraße 83 weiter in Richtung Norden durch Heeßen, Bad Eilsen, durch das Tal zwischen Harrl und Bückeberg und Ahnsen. In Vehlen unterquert sie die Bundesstraße 65, fließt durch die Bückeburger Ortsteile Achum, Warber und Meinsen nach Petzen und nimmt dann wieder die nördliche Richtung an.
Durch den Warber-Entlastungsgraben speist sie den Mittellandkanal.
Hinter Meinsen fließt sie wieder in Richtung Westen. Hier, im Süden des Schaumburger Waldes, in der Bückeburger Niederung, zweigt der "Aue-Kanal" ab, den die Aue in Minden-Päpinghausen wieder aufnimmt.
Die Aue umfließt den Schaumburger Wald im Süden, verlässt bei Evesen am Gevattersee kurz den Landkreis Schaumburg und das Land Niedersachsen. Östlich von Minden-Dankersen fließt sie weiter entlang der Landesgrenze, nun parallel zur Weser, zwischen der Bundesstraße 482 und dem Schaumburger Wald, in Richtung Norden. Noch bei Dankersen unterquert sie den Mittellandkanal, fließt weiter durch Bückeburg-Cammer. Sie verlässt oberhalb Päpinghausen bei ca. +45 m den Kreis Schaumburg, fließt weiter durch Frille und mündet schließlich bei Petershagen (Krs. Nienburg/W.) bei km 215,3 (+ 36 m) in Nordrhein-Westfalen in die Weser bei einer Höhe von 39 m über NN.
Von den ihren Lauf begleitenden Bergketten, dem Wesergebirge und dem Bückeberg, eilen ihr viele gefällsreiche Nebenbäche zu.
Die Lauflänge der Aue beträgt 45,5 km. Das Gefälle weist den erheblichen Durchschnittswert von 0,52% (1:193) auf. Es ist sehr ungleich verteilt. In der Bückeburger Ebene, vor allem bei Meinsen, ist es sehr gering, oberhalb davon jedoch bedeutend. Die Ufer der Aue sind an vielen Stellen durch Dämme zum Schutz gegen die bei anhaltendem Regenwetter oder plötzlich eintretendem Tauwetter häufigen Überschwemmungen erhöht. Zur Milderung der Überschwemmungsgefahr dienen der Aue-Kanal und der Warber Entlastungsgraben.
Die Aue empfängt unterhalb Meinsen von links den auf dem Wesergebirge bei Schermbeck und Kleinenbremen entspringenden Bückeburger Bach (auch Schermbeeke, kleine Aue, unterhalb Bückeburg Schloßbach genannt). Dieser Wasserlauf versorgt die bei Bückeburg liegenden Fischteiche mit Frischwasser. Unterhalb Evesen mündet der Sanverbach (Heideriehe), der vom Wesergebirge zwischen Wülpke und Nammen, kommt, in die Aue.
3. Die Rodenberger Aue
Die Rodenberger Aue schlängelt sich durch die Mulde zwischen Süntel und Deister und wird von diesen langgestreckten Höhen reichlich mit Wasser versorgt. Mühlen verschiedener Gewerbe gab es hier wie auf einer Schnur aufgereiht. Nördlich von Bad Nenndorf tritt die Aue in die Norddeutsche Tiefebene, wo nochmals mehrere Mühlen aufeinander folgen. Mühlehäufung um Hülsede
Die Rodenberger Aue entspringt bei Kessiehausen, oberhalb von Bakede am Süntel, ca. 190 m ü. NN. Sie entwässert den östlichen Süntel, den westlichen Deister und den nordöstlichen Teil des Bückebergs, insgesamt eine Fläche von 166 Quadratkilometern. In ihrem Verlauf über 50 km nimmt sie das Wasser zahlreicher Gebirgsbäche auf, wird in Rodenberg und Rehren durch Wehre gestaut, unterquert hinter Lauenau die BAB 2, bei Bad Nenndorf die B 65 und vor Auhagen den Mittellandkanal, ca. 50 m über NN.
Östlich von Sachsenhagen-Auhagen im sogenannten „Dreiländereck“ vereinigt sie sich mit der Sachsenhäger Aue zur Westaue, die bald darauf bei Wunstorf-Liethe in die Leine mündet.
Die selten mehr als 2 Meter breite Aue durchfließt das Deister-Sünteltal von Süd nach Nord und folgt damit dem voreiszeitlichen Verlauf der Weser, die heute vor diesem Tal nach Westen abknickt.
4. Die Exter
Die Exter ist ein gut 25 Kilometer langer linker Zufluss der Weser, der bei der Ortschaft Alverdissen auf einer Höhe von etwa 300 Metern über NN entspringt. Sie fließt durch ein idyllisches Tal, dem sie den Namen gegeben hat, das Extertal.
Die Exter mündet östlich der Altstadt von Rinteln auf einer Höhe von nur noch 54 Metern über NN in die Weser.
Ihr Gefälle und viele kleine Zuflüsse aus den sie begleitenden Abhängen geben der Exter große Wasserkraft, die in früheren Zeiten eine Vielzahl von Wassermühlen antrieb. Kleine Nebenarme, Wehre und Stauteiche prägten die Landschaft. Tal der Wassermühlen wurde das Extertal genannt.
Bereits im 14.Jh. wurde die „Mühlenexter" angelegt, die die Mühle des Jakobi Kloster in Rinteln versorgte.
Um 1750 wurden die großen Hammergräben für den Oberen und Unteren Eisenhammer gezogen. Ein verzweigtes System künstlicher Nebenarme leitete das Wasser zu den gewerblichen Standorten. Zahlreiche Wasserräder, später Turbinen, dienten dem Antrieb der Eisenhämmer und Messerschmieden, des Elektrizitätswerkes, der Getreide- und Sägemühlen.
Anfang des 19. Jahrhunderts war Exten ein frühindustrielles Zentrum. Heute ist das Klappern der Wasserräder verstummt. Fast alle Wasserkraftanlagen sind verschwunden, oder nur noch als Relikte erhalten. Nur Bauten und Gelände erinnern an die historische Ausnutzung der Wasserkraft. Erhalten blieb die einmalige Anlage des Unteren Eisenhammers, die heute als industriegeschichtliches Denkmal vor dem Verfall geschützt ist.
An den Bächen der Südhänge des Wesergebirges war der Mühlenbetrieb mühsam. Die häufig verkarsteten Gebiete führten meist nur sporadisch Wasser. So mussten niederschlagsreiche Zeiten abgewartet werden und Wasser in Stauteichen gesammelt werden, um wenigstens zeitweise Energie gewinnen zu können.
Quelle: Der Landkreis Schaumburg-Lippe, Bd 12, 1955, Walter Dorn Verlag
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