Großenwieden  


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großenwieden Der Ort Widen (bei den Weiden) wird erstmals 825 urkundlich erwähnt bei der Gründung des Bonifatiusstiftes in Hameln. Das nächste Dokument 1013 nennt den Ort „Widun“. Großenwieden hatte eine eigene Schifffahrt und war ein wichtiger Handelsplatz für Getreide, Ölsamen usw. 1569 gab es 24 große und kleine Höfe. Bis Ende 16. Jh lag hier die Zollstation der Schaumburger Grafen. Die Landwirtschaft war die wichtigste Einnahmequelle. Aufgrund der Lage am Fluß lebten hier aber auch viele Schifferfamilien. Die Fähre ist seit 1591 urkundlich belegt. Auch der Fährmann war ein Schiffer aber mit ständigem Wohnsitz im Ort. Zu den Handwerkern zählten auch viele Korbmacher. Die Weiden, die dem Ort den Namen gaben, standen unzählig an der Weser. Der Treidelpfad, auf welchem die Leinenzieher und später Pferde die Schiffe flussauf zogen, verlief auf dieser Seite der Weser. Um 1660 gab es im Lippischen und in Rinteln eine Welle der Hexenverfolgung. In Großenwieden fielen 8 Frauen diesem Aberglauben zum Opfer. Nach der Ablösung der alten Grundherrschaft und der Ansiedelung von Industrien kam es im 19. Jahrhundert zu bescheidenem Wohlstand und zu vermehrter Bautätigkeit. 1821 zählte der Ort 557 Einwohner, 1905 waren es 789. Nach dem 2. Weltkrieg kamen etwa genauso viele Flüchtlinge ins Dorf wie es Einwohner hatte. Die meisten Vertriebenen kamen aus Schlesien. Die Zahl stieg auf über 1500. In allen Häusern wurden hastig Wohnungen geschaffen. Im Haus der Familie Deichmann, dem ehemaligen Mönchehof, lebten damals ca. 45 Personen. In den 50er Jahren normalisierte sich die Einwohnerzahl wieder. 1954 baute die Gemeinde mit viel Eigenleistung die neue Schule in der Mühlenbreite. Später kam ein Kindergarten dazu. Im Jahre 2018 hat der Ort eine Größe von 6,75 qkm und ca. 850 Einwohner.

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